Leder & der skandinavische Stil in Einrichtung und Mode

Ikea scheitert mit dem Verkauf von Fertighäusern

ikea-häuserWenn sich etwas bereits über Jahre hinweg gut in seinem Ursprungsland verkauft, dann muss das außerhalb nicht zwingend auch funktionieren. Die Fertighäuser des Möbelkonzerns IKEA sind hierfür das beste Beispiel. Bereits seit vielen Jahren produziert und verkauft IKEA erfolgreich seine Fertighäuser in Skandinavien – die Eroberung des deutschen Marktes aber, die wollte auch nach langer Planung und viel Expertise nicht gelingen. Man habe lernen müssen, dass das Thema Hausbau in Skandinavien anders funktioniert als hier in Deutschland, so Peter Betzel, Ikea-Geschäftsführer Deutschland. Und das, obwohl man sich doch eigentlich intensiv im Vorfeld mit den Lebensgewohnheiten, und den Ansprüchen der Deutschen an ein Eigenheim beschäftigt hatte, denn sogar Materialwahl und Fassadenoptik wurden nicht einfach aus den skandinavischen Erfolgsmodellen übernommen sondern an den deutschen Markt und Verbraucher angepasst. Dachte man zumindest, doch die Nachfrage blieb aus. Immerhin: Während zum Projektstart Ende 2010 noch kein einziger Kaufvertrag unterschrieben wurde waren es zum Projektende im ersten Quartal 2012 wenigstens schon 8 verkaufte Ikea-Häuser Marke Boklok.

An Aufgeben ist nicht zu denken

Obwohl der Geschäftsführer des deutschen Fertighausproduzenten Bien-Zenker nicht an eine erfolgreiche Fortführung des Konzeptes glaubt – ganz aufgegeben habe man noch nicht. Man will dazulernen, und eventuell zu einem späteren Zeitpunkt an einem anderen Standort noch einmal beginnen. Bis dahin jedoch plant Ikea einen ganzen Stadtteil in London. Aufgekauft wurden elf Hektar Land im Standteil Strand East. Hier sind 1200 Appartments und Häuser geplant. Die sogenannte Ikea-Stadt präsentiert sich als familienfreundliches Mammutprojekt – PKWs sollen direkt in unterirdische Garagen geleitet werden um das Stadtbild nicht mit PKWs zu überfluten. Stattdessen soll ein öffentlicher Nahverkehr die mobile Logistik stemmen.

Wieder zurück in Deutschland: Hier ist für 120 Millionen Euro das “Skandinavien-Center” in Lübeck geplant, und Möbel mit eingebauten Elektronikgeräten sind bereits hoch aktuell.

Unterschiedliche Qualitätsansprüche

Vielleicht ist das Scheitern des Ikea-Hauses in Deutschland auf die mangelnde massive Bauweise zurück zu führen die der Deutsche so liebt. Auch bei der Schalldämmung und der Wärmedämmung erfüllte Ikea zumindest Ende 2010 noch nicht annähernd den deutschen Standard, und die Leichtbauweise für 199.000 Euro Grundpreis ist auch nicht zwingend das was der Deutsche als “für die Ewigkeit gebaut” betrachtet. Individualität ist beim Möbelkauf vielleicht nicht unsere erste Priorität, aber beim Hausbau dann vielleicht ja doch noch.

Bild: Image via Wikimedia Commons – Ikea almhult by Panoramafotos.net Bestimmte Rechte vorbehalten